Im Dienste des Ich
Ernst Kris heute
Sehr geehrte Redaktion der Berliner Blaetter fuer Psychoanalyse
und Psychotherapie,
hier Steffen Krueger, Mitarbeiter am Fachbereich Kommunikationswissenschaft
der FU-Berlin.
Ulrike May hat mich freundlicherweise auf Sie aufmerksam
gemacht.
Zusammen mit Thomas Roeske, dem Leiter
der Sammlung Prinzhorn, Heidelberg, und Hermann Haarmann (FU-Berlin)
veranstalte ich eine
Konferenz
zu Ernst Kris
im Berliner Kleisthaus am
7. + 8. November 2008.
Bitte entnehmen Sie unser Tagungsprogramm dem Anhang.
Mit dem Teilnehmerfeld haben wir versucht, moeglichst viele Facetten
von Kris' Schaffen zwischen Kunst, Psychoanalyse und Kommunikationsforschung
abzudecken, und ich glaube, es ist uns auch ganz gut gelungen!
Meine Bitte an Sie koennen Sie nun sicherlich vorausahnen: Koennten
Sie unsere Konferenz auf Ihrer Website ankuendigen? Und/oder unser Tagungsprogramm
ueber Ihren Mailverteiler verbreiten? Das waere uns beim Bewerben der
Konferenz eine grosse Hilfe!
Falls Sie weitere Ideen oder Anregungen haben, zoegern Sie bitte nicht
zu schreiben!
MIt vielem Dank im Voraus und herzlichen Gruessen,
Steffen Krueger
Steffen Krüger
Grønlandsleiret 47b
0190 Oslo
Norway
Tel. ++47-21641342
IM DIENSTE DES ICH – ERNST KRIS HEUTE
Eine Konferenz ausgerichtet von Hermann
Haarmann (Kommunikationswissenschaft, FU-Berlin),
Steffen Krüger
(Kommunikationswissenschaft, FU-Berlin)
und Thomas Röske (Sammlung Prinzhorn, Heidelberg)
Drei Berufsbezeichnungen muss man bemühen, um das Schaffen von
Ernst Kris (Wien 1900–1957 New York) zu umreißen: Kunsthistoriker,
Psychoanalytiker und Kommunikationsforscher. Diese Multidisziplinarität
war halb freiwillig, halb erzwungen.Während Kris der Kontakt mit
Sigmund Freud und der Psychoanalyse seit Anfang der 20er Jahre mehr
und mehr der Kunstgeschichte entfremdete und auf die psychologischen
Bedingungen des Kunstschaffens konzentrieren ließ, zwang ihn
die Annektierung Österreichs durch Nazideutschland im Frühjahr
1938 zunächst ins englische Exil, dann in die USA. Hier stellte
Kris seine Kenntnisse in Ästhetik und Psychologie in den Dienst der Kommunikationsforschung und des
Propaganda-Abwehrkampfesgegen Nazi-Deutschland.
So gelang demWissenschaftler unter dem Druck der zivilisatorischen
Krise des 20. Jahrhunderts ein Transfer von Ideen und Konzepten, der
immer noch Aktualität besitzt: Die Psychoanalyse öffnet den
Blick auf die Vielschichtigkeit von Funktionen und Bedeutungen der
Kunst für
denMenschen und führt sie, indem sie diese Funktionen analysiert,
zurück
auf ihre psychosozialen Zusammenhänge – Zusammenhänge,
die nicht nur die
Nazipropaganda mit ästhetischenMitteln zu formen versuchte, sondern,
wie wir seit Horkheimer und Adorno wissen, der sich auch die „Kulturindustrie“ bis
in unsere Tage zu bemächtigen versucht:
„ A circle is closed. At the highest point of development
the media of communication are made to serve a social ideal which resembles
to some
extent that of primitive communities”
(Kris, “The “Danger” of
Propaganda”, 1941: S.38).
In diesem Sinne soll unsere Konferenz die Fruchtbarkeit von Ernst Kris’ Grenzgängen
aufzeigen, indem sie unser Augenmerk auf die Aktualität
und Anwendbarkeit seiner Konzepte in und für unseren heutigen,
medial durchdrungenen Kulturraum richtet.
Link zum Tagungsprogramm
mit Grusswort durch die Beauftragte
der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.
...... Dabei ist erstaunlicherweise
die Karikatur vernachlässigt worden, obwohl sie dem Witz am nächsten
steht, der Freud verholfen hatte, ein Modell für seine Analysen
von Erzählungen und Kunstwerken zu entwickeln.
Zwei Vertreter der Wiener Schule der Kunstgeschichte, Ernst Kris und
Ernst Gombrich, versuchten in den 1930er Jahren Wesen und Wirkung der
Karikatur mit Hilfe der Psychoanalyse zu verstehen.
http://science.orf.at/science/news/146276