
JEANNE WOLFF BERNSTEIN
IM SCHATTEN DER ZEIT: FREUD UND DIE BILDENDE KUNST
Vortrag
Donnerstag, 29. Mai 2008, 19.00 Uhr
Sigmund Freud Museum
Berggasse 19, 1090 Wien
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IM SCHATTEN DER ZEIT:
FREUD UND DIE BILDENDE KUNST
JEANNE WOLFF BERNSTEIN
Obwohl Sigmund Freud sich gerne und ohne Scham als
Banause darstellte und in einem Brief an Oscar Pfister als intolerant
gegenüber Narren
und Künstlern beschrieb, stellt sich immer wieder die Frage nach
seinem Bezug zu zeitgenössischen bildenden Künstlern. Allgemein
wird angenommen, dass Freud sich nicht für bildende Kunst und
Musik interessierte und es vorzog, im Schatten der großen Maler
und Schriftsteller zu wirken und zu schreiben. Hatte Freud Angst vor
anderen Künstlern, ähnlich
seiner „Doppelgängerscheu“ gegenüber Arthur Schnitzler?
Oder war seine Auseinandersetzung mit der Antike eine Flucht vor der
Gegenwart, die ihn davor schützte, sich mit Künstlern, die ähnliche
Themen wie er behandelten, auseinandersetzen zu müssen? In diesem
Vortrag wird Freuds fragwürdiges Verhältnis zur bildenden
Kunst von verschiedenen Seiten bearbeitet und erläutert. Hinzu
werden Freuds Texte „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten“ (1905), „Der
Moses des Michelangelo“(1914) und „Das Unheimliche“ (1919)
als kunsthistorische Texte erschlossen, die ein Kunstwerk nicht als
Symptom des Künstlers, sondern als Text oder Spiel in Auseinandersetzung
mit der Identifikation des Betrachters analysieren können.
Jeanne Wolff Bernstein ist Psychoanalytikerin
und ehemalige Präsidentin
des Psychoanalytic Institute of Northern California, (PINC) in San Francisco,
USA. Sie unterrichtet an der Fakultät des PINC, NCSPP (Northern
California Society of Psychoanalytic Psychology) und The Wright Institute
in Berkeley, Kalifornien. Jeanne Wolff Bernstein wirkt an der Redaktion
des Journals 'Studies in Gender and Psychoanalysis, Contemporary Psychoanalysis
und Psychoanalytic Dialogues' mit. Sie hat zahlreiche Artikel über
das Verhältnis von Psychoanalyse zu Kunst und Film verfasst, wie
auch über die vielfältigen theoretischen Sprachen, die in der
Psychoanalyse gesprochen werden. Ihre Texte erschienen u. a. in: Psychoanalytic
Dialogues, Studies in Gender and Psychoanalysis, Fort/Da, Journal of
Applied Psychoanalytic Studies, Free Associations, The International
Journal of Psycho-Analysis und Recherches Cliniques en Psychanalyse.
Derzeit ist sie Fulbright-Freud Visiting Lecturer of Psychoanalysis der
Sigmund Freud Privatstiftung und unterrichtet im Rahmen dieses Forschungsstipendiums
an der Sigmund Freud Privatuniversität.
Eine Veranstaltung der Sigmund Freud Privatstiftung und der Fulbright
Commission in deutscher Sprache bei freiem Eintritt
Ausstellungen + Veranstaltungen Mai/Juni 2008
In Zusammenarbeit mit der Sigmund Freud Gesellschaft