Die Schauspielerin Erika Eller eröffnet ihre Reihe mobile
monologe mit der deutschen Erstaufführung von SABINA SPIELREIN, einem
Monolog von Liv Hege Nylund nach dem Roman SABINA des norwegischen Autors Karsten
Alnaes (Neuauflage 2006 unter dem Titel „Als sie mit C.G.Jung tanzte“).
Das Stück zeigt den Weg einer ungewöhnlichen Frau: Sabina Spielrein
(1885-1942), russische Jüdin aus Rostow am Don, kam 1904 als Patientin
zu C.G. Jung nach Zürich, studierte nach ihrer Genesung Medizin, wurde
seine Geliebte. Ihre wissenschaftliche Arbeit führte sie nach Wien zu
Sigmund Freud. Über Berlin, München, Genf ging sie 1923 nach Moskau,
wo sie Leitung eines Instituts für psychotische Kinder über- tragen
bekam. Nach dessen Schließung kehrte sie nach Rostow zurück, wo
sie nach dem Verbot der Psychoanalyse in der Sowjetunion weiter als Ärztin
tätig war. Im August 1942 wurde sie mit Ihren beiden Töchtern und
anderen jüdischen Einwohnern vom SS-Sonderkommando 10a erschossen.
Ihr Schicksal war weitgehend vergessen, bis 1977
in einem Keller im Palais Wilson in Genf ein Koffer mit persönlichen
Dokumenten gefunden wurde...
Das Stück schildert in einer collage-artigen Szenenfolge Etappen aus ihrem
Leben: ihre Kindheit in Russland, ihren Weg von der Patientin zur Wissenschaftlerin,
von der Geliebten zur Ehefrau und Mutter. Ein rastloses, leidenschaftliches,
von der Liebe zur Wissenschaft geprägtes Leben zwischen Ost
und West, Psychoanalyse und Sozialismus.